
Hundeloch im Lindenpark | Foto: Josefine Rosse/Hansestadt Rostock
Bagger auf vier Pfoten: Wenn Hunde zu Tiefbauern werden
Rostock • Tiefbauarbeiten im Rostocker Stadtgebiet werden in der Regel lange vorbereitet. Es gibt Pläne, gesicherte Baustellen, schweres Gerät. Doch einige „Bauarbeiter“ in der Hanse- und Universitätsstadt kommen mit wenig Ausrüstung aus - die „Helfer auf vier Pfoten“. Das Ergebnis ist allerdings wenig erfreulich und sorgt für Gefahren in Rostocks Grünanlagen. Aufenthaltsflächen werden durch teils große und tiefe Hundelöcher beeinträchtigt.
Besonders intensive „Bautätigkeit“ verzeichnet das Rostocker Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen derzeit im Lindenpark in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, im Barnstorfer Wald – insbesondere am Kastanienplatz –, im Schwanenteichpark sowie an den Bankstandorten im Park am Fischerdorf.
Auch Spielplätze bleiben von den Grabungsarbeiten nicht verschont. Deutlich zu beobachten ist dies beispielsweise am Platz der Jugend im Barnstorfer Wald.
Was für den Hund Beschäftigung und für Herrchen oder Frauchen womöglich harmlos aussieht, kann für andere Menschen ernste Folgen haben. Die Löcher sind Stolperfallen – insbesondere dann, wenn sie im Gras kaum zu erkennen sind. Mitarbeitende der Grünpflege haben sich dadurch bereits verletzt und fielen anschließend für längere Zeit aus. Ebenso gefährdet sind spielende Kinder, Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Menschen, die die Grünanlagen für Sport und Bewegung nutzen.
Auch die Beseitigung der Schäden verursacht Aufwand: Die Löcher müssen verfüllt und die Flächen wiederhergestellt werden. Dafür werden Personal und finanzielle Mittel gebunden, die an anderer Stelle in Rostocks Grün- und Freiräumen fehlen. Deshalb gilt: Wer seinen Vierbeiner eine öffentliche Grünfläche umgraben lässt, sollte das entstandene Loch anschließend wieder verfüllen.
Warum wird Bello überhaupt zum Bagger? Buddeln gehört zum natürlichen Verhalten von Hunden – bei manchen stärker ausgeprägt, bei anderen weniger. An heißen Tagen kann ein Loch beispielsweise für Abkühlung sorgen. Häufig kann ausgiebiges Graben zudem ein Zeichen dafür sein, dass ein Hund Beschäftigung sucht. Bewegung, gemeinsame Aktivitäten und Übungen, die Aufmerksamkeit und Bindung stärken, können helfen, den Buddeleifer in andere Bahnen zu lenken. Ein Hund, der mit seinen Halterinnen und Haltern ausgelastet und beschäftigt ist, hat meist weniger Anlass, überschüssige Energie oder Stress durch Graben abzubauen. Und wenn die Leidenschaft für den spontanen Landschaftsbau trotzdem überhand nimmt, hilft im Zweifel die Leine.
Ulrich Kunze
Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Lokales | 09:57 Uhr | Seitenaufrufe: 1