Klimaoasen, mobiles Stadtgrün und Trinkbrunnen – Hitzeschutz für Rostock
Rostock (HRPS) • Raspelkurz war gestern. Der klimabewusst gepflegte Rasen trägt jetzt Hochschnitt. Statt vier Zentimetern Wuchshöhe räkeln sich die Halme auf Rostocks öffentlichen Wiesen inzwischen acht bis 15 Zentimeter nach oben. Das schützt vor sengender Hitze und bietet beispielsweise Insekten ein lebensfreundliches Zuhause. Auch im „Hoch-Tief-Format“ gemähte Wiesen passen dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen immer mehr ins klimafreundliche Konzept. Denn ausgedörrte Böden sind keine Komfortzone für gesunden Pflanzenwuchs. Im Trend liegen blühende Stauden statt Saisonbepflanzung und „Klimabaumarten“ wie Eichen, Feldahorn, Hopfenbuchen und Linden. Sie gehören zu den widerstandsfähigen Arten, auf die das Amt für Stadtgrün bei Neupflanzungen immer mehr setzt. „Darüber hinaus engagieren sich 97 ehrenamtliche Baumpatinnen und Baumpaten für 107 Bäume in unserer Stadt.
Das ist wahnsinnig hilfreich! Sie versorgen die Bäume mit Wasser und Pflege“, freut sich Senatorin Dr. Ute Fischer Gäde über das nachbarschaftliche Engagement. „Herzlichen Dank an alle Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz dazu beitragen, unsere Bäume durch die schwierigen Hitze- und Trockenzeiten zu bringen.“ Und viele helfen den hitzegeplagten Bäumen vor ihrer Haustür einfach spontan. In Warnemünde geht es auch smart: Im Pilotprojekt „Baumbewässerung Stephan-Jantzen-Park“ zapfen sensorgesteuerte Algorithmen regelmäßig selbständig eine Zisterne an. Das kühle Nass war zuvor über die Dachentwässerung eines Parkhauses in den computergelenkten „Bottich“ geflossen. Jungbäume sind besonders durstig. Bis zu 100 Liter schluckt ein „Heranwachsender“ in einer Bewässerung.
Saisonal grüner wird die Hanse- und Universitätsstadt in diesem Sommer am Neuen Markt. Erstmals prägen mobile Baumkübel sowie Pflanz- und Sitzelemente den historischen Platz mit – schattenspendend und einladend. Auch die 34 städtischen Brunnen- und 15 Beregnungsanlagen kühlen als erfrischende Klimaoasen und spenden Luftfeuchtigkeit. Über fünf Millionen Liter sprudelten im letzten Jahr in Wasserkreisläufen durch Rostocks städtische Brunnen. In ihre Reinigung und Pflege fließen 2026 rund 445.000 Euro aus der Stadtkasse. Zahlreiche Sponsoren unterstützen die bei Groß und Klein beliebten Quellen mit über 24.000 Euro.
Kostenlose, gesunde Erfrischung an Hitzetagen bieten die vier Trinkwasserbrunnen - am Teepott in Warnemünde, am Kröpeliner Tor, am Neuen Markt und im Bürgerpark Toitenwinkel. Diese gemeinsame Aktion des Amtes für Umwelt- und Klimaschutz, des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes (WWAV) sowie der Nordwasser GmbH läuft inzwischen mit so viel Zuspruch, dass weitere Trinkwasserbrunnen bald an weiteren viel besuchten Plätzen und belebten Sport- und Spielflächen sprudeln werden.
Auch der ersten „Klimaoase“ der Hanse- und Universitätsstadt auf dem Vorplatz des Stadtteilbegegnungszentrums am Kurt-Schumacher-Ring 160 in Dierkow sollen weitere folgen. Das Smart-City-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt- und Klimaschutz, dem Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen und weiteren Partnern punktet mit entsiegelten Flächen, schattenspendenden Bäumen und einer smarten Pflanzbewässerung. Grün bleibt in Rostock nicht nur 2026 die Farbe der Saison.
Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Umwelt & Natur | Mi., 21.01.1970 - 15:57 Uhr | Seitenaufrufe: 0« zurück zur News-Übersicht