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„Uni im Rathaus“-Talk zum Thema: Allein oder schon einsam?

Rostock (HRPS) • Warum können manche Menschen gut mit sich allein sein, während andere darunter leiden und krank werden? „Einsamkeit fängt da an, wo das Alleinsein weh tut“, erklärt Prof. Carsten Spitzer, Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Rostock. Wesentlich für das subjektive Empfinden sei, ob das Alleinsein selbst gewählt wurde oder nicht. Wer sich selbstbestimmt zurückziehe, könne dies genießen. Wer ausgegrenzt wird – zum Beispiel aufgrund von Alter oder Armut – fühle sich dagegen eher einsam. Über individuelle Ursachen und gesellschaftliche Folgen von Einsamkeit sowie Wege zu mehr Miteinander diskutieren am Donnerstag, 27. November 2025 um 18 Uhr Experten aus Wissenschaft und Politik mit Akteuren der Rostocker Stadtgesellschaft bei „Uni im Rathaus“.

Dass Einsamkeit jede Generation betreffen kann, erlebt Ronny Möckel als Leiter des Gesundheitsamtes der Hansestadt Rostock: „Ältere Menschen fühlen sich in unserer Stadt genauso einsam wie Kinder oder Jugendliche.“ Wenn sich Eltern lieber mit dem Smartphone als mit ihrem Kind beschäftigen, könne das die kindliche Entwicklung schlimmstenfalls verzögern. Sich allein gelassen fühlen – ein wachsendes Problem unter Kindern und Jugendlichen, beobachtet auch der Rostocker Psychologe für Kinder- und Jugendmedizin Olaf Reis: „Die monatelangen Kita- und Schulschließungen während der Corona-Pandemie haben der jungen Generation nachhaltig zugesetzt.“ Betroffene leiden unter Ängsten und Depressionen, manche betäuben sich mit Medikamenten oder Drogen.

Auch viele Erwachsene fühlen sich sozial isoliert: Alleinerziehende genauso wie Singles oder berufstätige Eltern, selbst wenn der Kalender prall gefüllt ist mit Terminen und sozialen Kontakten. Denn nicht die Anzahl, sondern die Qualität des Miteinanders entscheide über das individuelle Wohlbefinden, sagen die Gesundheitsexperten: Intensive persönliche Begegnungen verhindern demnach eher Einsamkeit als flüchtige Social-Media-Kontakte. Auch Leistungsdruck kann in die Einsamkeit führen ebenso wie das Gefühl von Fremdheit, so wie es zum Beispiel zugewanderte Personen fernab von Heimat, Freunden und Familie erleben. Dies belegen Forschungen der Juniorprofessorin für Demographie an der Universität Rostock Anne-Kristin Kuhnt.

Auch deshalb hat die Hanse- und Universitätsstadt in Rostock unter anderem „Plauderbänke“ aufgestellt, in Schmarl zum Beispiel: Wer auf einer bunt beschrifteten „Plauderbank“ Platz nimmt, kann bzw. will mit anderen Menschen ins Gespräch kommen. Im Stadtteil Lichtenhagen ist außerdem ein „Plaudermobil“ unterwegs: Quartiersmanager Adelwin Südmersen steuert mit dem auffälligen Fahrrad Plätze an, um mit älteren und einsamen Menschen ins Gespräch zu kommen. Auf „Walk & Talk“-Spaziergänge gegen Einsamkeit setzt dagegen Jan Tauer aus Rostock: Was der Rostocker Vater und Unternehmer während der Corona-Pandemie für sich selbst entdeckt hat, organisiert er mittlerweile für alle, die lieber gemeinsam durch die Hansestadt spazieren als allein.

Unter welchen Umständen Alleinsein belastet, welche individuellen und gesellschaftlichen Faktoren das Einsamkeitsempfinden beeinflussen und wie private Initiativen sowie städtische Aktionen in Rostock neue Wege zu mehr Gemeinsamkeit eröffnen, diskutieren bei “Uni im Rathaus” am Donnerstag, 27. November 2025 um 18 Uhr im Rathaus Rostock:

Moderiert wird die der „Uni im Rathaus“-Talk zum Thema “Allein oder einsam? Warum Alleinsein (nicht) Einsamkeit bedeuten muss” am 27. November von der Rostocker Journalistin Katja Bülow. Der Eintritt zu der öffentlichen Veranstaltung ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen, Fragen zu stellen.

UNI IM RATHAUS: Für alle, die es einfach wissen wollen! Die Gesprächsreihe wird seit 2023 von der Interdisziplinären Fakultät an der Universität Rostock gemeinsam mit der Hanse- und Universitätsstadt Rostock organisiert.

Thema: Allein oder einsam? Warum Alleinsein (nicht) Einsamkeit bedeuten muss

Termin: Donnerstag, 27. November 2025 um 18 Uhr

Ort: Rathaus Rostock, Neuer Markt 1, 18055 Rostock

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Gesundheit & Soziales | Mi., 21.01.1970 - 10:54 Uhr | Seitenaufrufe: 9
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