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Rostocker Notaufnahmen ab 1. Oktober mit täglicher Bereitschaft

Rostock (HRPS) • Rollierendes System aus ungeraden und geraden Tagen von Unimedizin und Klinikum Südstadt wird abgeschafft / Ziel: Kontinuierlichere Auslastung und verbesserte Notfallversorgung
Ob Verletzung oder akute Erkrankung: Wer in Rostock mit dem Rettungswagen in die Notaufnahme gebracht wird, kommt in der Regel an ungeraden Tagen in die Universitätsmedizin Rostock und an geraden Tagen in das Klinikum Südstadt Rostock. Diese Aufteilung wird ab dem 1. Oktober abgeschafft. Dann werden Patienten bei Notfalleinsätzen nach der letzten laufenden Nummer auf dem RTW-Rettungsdienstprotokoll zugeordnet:
ungerade Nummer in die Notaufnahme der Unimedizin, gerade Nummer in die Notaufnahme des Klinikums Südstadt.
Über die Neuregelung des Rettungsdienstes informierte heute der Erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Senator Dr. Chris von Wrycz Rekowski, auf einer Pressekonferenz im Rathaus gemeinsam mit Vertretern des Brandschutz- und Rettungsamtes, der Universitätsmedizin Rostock und des Klinikums Südstadt Rostock.
"Diese Neuregelung war überfällig, um eine bessere Lenkung der Patientenströme zu erreichen", betonte der Senator. "Aufgrund der tageweisen Konzentration kam es zunehmend zu langen Wartezeiten des Rettungsdienstes vor den Notaufnahmen bis zur Patientenübergabe und zur hohen Belastung in den Notaufnahmen. Das führte in Spitzenzeiten nicht nur zur Geduldsprobe bei den Hilfesuchenden und ihren Familien, sondern auch zu einem Mangel an verfügbaren Rettungsfahrzeugen. Auch waren Patientinnen und Patienten oftmals unzufrieden, wenn sie nicht in ihre ‚Wunschklinik‘ eingewiesen wurden."

Spezialgebiete und Wünsche werden berücksichtigt In Abstimmung mit beiden Kliniken wurde die Neuorganisation mit einer täglichen Aufnahmebereitschaft beschlossen, so wie dies auch in vergleichbar großen Städten mit ähnlicher Patienten- und Krankenhausstruktur praktiziert wird. "Nicht betroffen davon sind Patientinnen und Patienten, die ein spezielles Krankheitsbild haben oder bei denen die Fachrichtung nur an jeweils einer Klinik vorhanden ist, so beispielsweise die Neurologie und Gynäkologie", betonte die Ärztliche Leiterin des Brandschutz- und Rettungsamtes der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, Dr. Claudia Scheltz. "Ebenso nicht betroffen sind der individuelle Wunsch des Patienten sowie die Überweisung durch den Hausarzt. Grundsätzlich gilt: Die Notaufnahmen stehen unabhängig von organisatorischen Vorgaben für den Rettungsdient durchgehend für Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Es gilt die freie Arztwahl. Patientinnen und Patienten, die eigenständig die Notaufnahme aufsuchen können, haben ebenso ab sofort die freie Klinikwahl."

Kliniken und Personal werden entlastet "Die Neuregelung entlastet das medizinische und pflegerische Personal in beiden Kliniken und sorgt für ein gleichmäßigeres Patientenaufkommen an jedem Tag", sagte Prof. Dr. Christian Junghanß, Kommissarischer Ärztlicher Vorstand der Unimedizin Rostock. Bisher mussten an den aktiven Aufnahmetagen jeweils große Personal- und Bettenkapazitäten freigehalten werden. "Die Patientinnen und Pateinten profitieren vom neuen System. Gehen beispielsweise zwei Notrufe innerhalb kurzer Zeit ein, werden beide Notaufnahmen angefahren und können so die bestmögliche Versorgung sicherstellen", hob Prof. Dr. Jan P. Roesner, Ärztlicher Direktor des Klinikums Südstadt hervor.

Die bisherige Aufteilung in "kalte" und "heiße" Tage in den beiden Notaufnahmen besteht bereits seit mehr als 30 Jahren. Eine zunehmende Spezialisierung in der Medizin, neue Krankheitsbilder und deutlich steigende Patientenzahlen in den Notaufnahmen, seit 2018 plus 15 Prozent, erforderten jedoch eine neue Regelung. An beiden Klin iken
wurden und werden aufgrund dieser Entwicklungen die räumlichen Kapazitäten für die Notfallrettung deutlich erweitert.
Senator Dr. Chris von Wrycz Rekowski rechnet damit, "dass das neue Vorgehen von den Teams auf den Rettungswagen gut angenommen wird. "Die Warte- und Einsatzzeiten werden sich verkürzen und die Versorgung der Patienten wird optimiert. Den Erfolg der Umstellung werden wir regelmäßig überprüfen."

Über 30.000 Notfalleinsätze pro Jahr Im Jahr 2021 haben die beteiligten Leistungserbringer im Rettungsdienst mehr als 30.000 Einsätze gefahren. Rettungswagen (RTW) vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), von der Johanniter Unfallhilfe (JUH), dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sowie der Berufsfeuerwehr Rostock verbuchten im vergangenen Jahr 30.875 Einsätze. Dazu kamen 5.013 Fahrten mit dem Krankentransportwagen (KTW) durch das DRK und die Ambulanz Millich sowie 9.272 Einsätze mit den Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF). Der Schwerlast-Rettungswagen für Patienten bis 370 Kilogramm musste 86-mal angefordert werden, der Baby-Notarztwagen (NAW) mit Inkubator 66-mal und der Infektionsrettungswagen 181-mal.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Gesundheit & Soziales | Di., 20.01.1970 - 07:09 Uhr | Seitenaufrufe: 91
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