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Einen kühlen Kopf bewahren - Richtiges Verhalten bei extremen Hitzewellen

Rostock (HRPS) • Die Stadtverwaltung bitte alle Rostockerinnen und Rostocker und ihre Gäste, sich auf die prognostizierte Hitzewelle am Dienstag und Mittwoch vorzubereiten.

Die Länder Süd- und Westeuropas leiden seit Wochen unter extrem heißen Temperaturen und verheerender Dürre. Besonders Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland sind stark betroffen. Die durch die Trockenheit und Hitze ausgelösten Waldbrände haben bereits etliche Hektar Land verwüstet. Italien hat in fünf Regionen einen Dürre-Notstand ausgerufen.

Auch für Deutschland hat der Deutsche Wetterdienst bereits Hitzewarnungen herausgegeben. Besonders der Dienstag und Mittwoch können sehr heiß werden, vereinzelt sogar bis zu 40 Grad Celsius in Nordrhein-Westfalen. Für Rostock zeigen die Wetterprognosen besonders für Mittwoch Temperaturen von 34 Grad Celsius bis 36 Grad Celsius.

Nicht jedem macht extreme Hitze gleichermaßen zu schaffen. Kinder, ältere Personen und Menschen mit eingeschränkter Anpassungsfähigkeit und diejenigen, die eine Arbeit mit überwiegender Außentätigkeit durchführen, gehören jedoch zu den sensiblen Bevölkerungsgruppen, bei denen Hitzestress zu steigenden Gesundheitsproblemen führen kann. Auch das Stadtgrün leidet unter Hitze und Trockenheit. Besonders in Städten ist es in dicht bebauten Bereichen aufgrund der geringeren Durchlüftung häufig deutlich wärmer als am Stadtrand oder im Umland.  Vermeiden Sie bei extremer Hitze einen Aufenthalt im Freien! Wenn es sich beruflich oder privat jedoch nicht vermeiden lässt, sollten einige Verhaltenstipps beachtet werden, um die Hitzebelastung so weit wie möglich zu reduzieren.

Holger Matthäus, Senator für Infrastruktur, Umwelt und Bau ruft die Bevölkerung zur Vorsicht auf: "Hitzestress ist eine schwere Belastung für Menschen und Tiere! Damit sollte niemand leichtfertig umgehen und wir sollten vorbereitet sein!"

Grundsätzlich gilt:

Viel Trinken und leichte Mahlzeiten zu sich nehmen!
Trinken Sie ausreichend und regelmäßig über den Tag verteilt, mindestens 1,5 Liter – bei extremer Hitze kann sich der Bedarf schnell auf das Doppelte erhöhen. Empfohlene Getränke bei Hitze sind Leitungswasser, Mineralwasser, gekühlter Kräutertee ohne Zuckerzusatz, Tee mit Minze und Zitrone.

Fettes Essen liegt bei Hitze besonders schwer im Magen und belastet den Kreislauf zusätzlich. Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten mit möglichst hohem Wassergehalt. Salate, Gemüse und Obst eignen sich gut für heiße Tage.

Lüften Sie nur frühmorgens und nachts. Tagsüber sollten Fenster, Jalousien und Vorhänge geschlossen bleiben.

Kühlen Sie ihren Körper mit einfachen Methoden wie einem kühlenden Fußbad. Auch kühlende Körperlotionen oder ein Thermalwasser-Spray können Ihnen Linderung verschaffen. Bei starker Hitze helfen auch feuchte Umschläge – bei der Wasserverdunstung entsteht so ein Kühl-Effekt.

Vermeiden Sie körperliche Aktivität während der heißesten Tageszeit (ca. 11 bis 15 Uhr) und bei hohen Ozonbelastungen. Nehmen Sie Getränke mit.

Sonnenschutz nicht vergessen! Nicht nur die Hitze, auch die UV-Strahlung birgt Gefahren. Tragen Sie leichte, helle Kleidung und einen Sonnenhut. Die Verwendung von Sonnencreme sollte selbstverständlich sein.

Suchen Sie kühle Orte auf! Ein kühler Ort kann neben dem Stadtpark oder dem verschatteten Spielplatz auch eine Kirche sein. Oder eine Bibliothek oder ein Einkaufszentrum. Auch hier können Sie noch einmal durchatmen, bevor es wieder nach draußen geht.

Bitte denken Sie an das Stadtgrün! Wenn die Pflanzen in Ihrem Wohnumfeld die Köpfe hängen lassen, gießen Sie sie. Sie können sich dazu mit Ihren Nachbarn zusammenschließen und ein Gießnetzwerk bilden.

Nachbarschaftshilfe ist wichtig! Schauen Sie bei Ihren ältere n oder kranken Nachbarn vorbei und geben Sie Hilfe.

Weitere Informationen und Tipps zum Umgang mit der Hitze hat das Umweltbundesamt mit dem "Hitze-Knigge" zusammengestellt. Dieser steht auch auf der Seite des Amtes für Umwelt- und Klimaschutz zum Download bereit:
https://rathaus.rostock.de/media/rostock_01.a.4984.de/datei/Hitzeknigge%202021.pdf

Der Hitzeknigge liegt ebenfalls im Rathaus, in der Stadtbibliothek und in der Tourismuszentrale aus.

Die täglichen Ozonwerte werden vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie erfasst:
https://www.lung.mv-regierung.de/umwelt/luft/ozon/ozon_tb0.htm

Rostocks Lage an der Ostsee und die sehr strategische Stadtplanung sind ein wichtiger Vorteil bei der Reaktion auf Hitzewellen. Zum einen gibt es den natürlichen Land-Seewind-Effekt, der tags frische Seeluft in das Binnenland zieht und nachts für ablandigen Wind sorgt. Damit verbunden sind auch höhere Luftfeuchtigkeiten. Zum anderen gibt es seit fast 20 Jahren einen Klimafunktionsplan, der genau diese Effekte durch Stadtentwicklung unterstützt: die Freihaltung von Frischluftbahnen und die Entwicklung grüner Achsen zwischen Stadt-Umland; verankert im Flächennutzungsplan.

Rostocks Senator Holger Matthäus abschließend: "Die städtische Infrastruktur ist auf einem stringenten Weg für die nötige Klimawandelanpassung; es bedarf zweifellos aber noch weiterer konsequenter Maßnahmen um bei den laufenden Änderungen immer angemessen agieren zu können!"

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Gesundheit & Soziales | Di., 20.01.1970 - 05:35 Uhr | Seitenaufrufe: 77
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